Samstag, 19. November 2016

Kyoto Teil 3 - Kinkaku-ji und Ginkaku-ji

Nach einem Fußmarsch von etwa 20 Minuten kommen wir am Eingang unseres nächsten Ziels an. Kinkaku-ji.

Wie bei jeden Tempel den wir hier in Kyoto gesehen haben, ist auch hier der Garten wunderschön gestaltet. Ich weiß, langsam wiederhole ich mich und es wir langweilig immer wieder die gleichen Worte zu lesen. Wie auch immer, als Besucher dieser Orte kommt selbst nach dem 5. Garten keine Langeweile auf.  Im Gegenteil, mir erscheint es als ob die Gärten immer beeindruckender und schöner werden mit jedem Tempel zu den wir kommen.
Schließlich kommen wir zur "Hauptattraktion" dieses Tempels.
Eine kleine Pagode die am Ufer eines Sees errichtet wurde deren Wände beinahe vollständig vergoldet sind. Auf der Spitze der Pagode thront ein vergoldeter Vogel.


Der Anblick des Gebäudes löst ein Gefühl beeindruckt seins in mir aus. Die goldene Farbe sticht unglaublich ins Auge. Ein solches Gebäude in einen solchen Garten zu sehen hat schon fast etwas surrealles aber auch eine besondere Ästhetik.
Als wir uns sattgesehen haben erkunden wir den Rest des Gartens.

Im Garten sind Abseits der Gehwege kleine Schüsseln platziert die von kleinen Statuen umgeben sind. Diese Schüsseln sind wohl für Spenden gedacht. In Japan ist es üblich vor einem Gebet an einem Schrein oder Tempel eine Münze zu spenden. Meistens ist es eine1 oder 5 Yen Münze, wobei man bei der 5 Yen Münze glaubt, dass diese aufgrund ihrer Form besonderes Glück bringt.Da die Schüsseln sich Abseits der Wege befinden und es verboten ist die Wege zu verlassen versuchen sich viele Leute im gezielten Werfen in der Hoffnung die Schüssel zu treffen.


Es liegen mehr Münzen um die Schüssel herum als in der Schüssel. Natürlich muss ich das auch versuchen. Meine Münze prallt wie ein Flummi vom Stein ab und landet auf dem Boden bei den ganzen anderen.

Mittlerweile ist es 4 Uhr und wir haben noch eine Station auf unserer Liste. Wir wollen noch zum Schwester Tempel Ginkaku-ji. Der silbernen Pagode.
Dieser schließt in einer Stunde und liegt auf der anderen Seite der Stadt. Deshalb Stürmen wir zur nächsten Bushaltestelle. Die Fahrt dauert etwa 40 Minuten und als wir ankommen müssen wir noch ein paar Minuten zum Eingang laufen. Wir laufen wirklich um noch vor Ladenschluss den Eingang zu erreichen. Es ist nur ein paar Minuten vor 5 und der Wärter winkt uns noch rein bevor hinter uns das Tor geschlossen wir. Da haben wir nochmal Glück gehabt.

Ginkaku-ji ist von der Architektur Kinkaku-ji sehr ähnlich. Der einzige Unterschied ist, dass das Fassade mit Silber verkleidet ist. Leider oxidiert Silber durch Umwelteinflüsse mit der Zeit, sodass die eigentliche Farbe schwarz ist.


Der Garten dieses Tempels ist vermutlich der schönste des Tages. Der Tempel befindet sich im Osten von Kyoto am Rand eines Berges. Der Garten des Tempels ist teilweise in den Berg integriert. Steht man am oberen Teil des Hangs erhält man ein wunderschönes Panorama über den Garten. Gerne würden wir hier noch eine Stunde verbringen um uns den Garten im Detail anzuschauen. Leider ist die Öffnungszeit schon Überschritten, sodass wir uns mit einen Schnelldurchgang begnügen. Trotzdem haben wir ca. 30 Minuten im Garten verbracht. Ich bin froh, dass wir dieses Ort an diesem Tag noch sehen konnten.

Als wir den Tempel verlassen schauen wir uns noch in der näheren Umgebung um während es Langsam dunkel wird. Anschließend fahren wir zurück zum Hauptbahnhof und besichtigen die Nahe gelegene Altstadt. Es hat ein wenig geregnet, sodass die Steine der Straßen glänzen. Als wir in eine kleine Gasse einbiegen fühle ich mich wie in einem Samuraifilm.


Allen Leute die am traditionellen Japan interessiert sind kann ich Kyoto nur wärmstens ans Herz legen. Generell würde ich jedem ein Besuch in dieser Stadt empfehlen. Sie ist einfach einmalig und wunderschön. Für mich persönlich die schönste Stadt der Welt.

Montag, 14. November 2016

Kyoto Teil 2 - Togetsukyō, Bambuswald, Ryoan-ji Tempel

Nachdem wir die Burg Nijō verlassen haben machen wir uns auf dem Weg zum nahegelegenen Bahnhof. Von dort aus Fahren wir zur Arashiyama-Station. Hier gehen wir erstmal zum Togetsukyō. Eine Brücke die über den nahegelegenen Fluss führt. Die Aussicht entlang der Brücke ist fantastisch.
Auf der anderen Seite der Brücke gibt es einen Park in dem Affen leben. Wir haben aber leider keine Zeit uns das anzuschauen. Wir sind wegen etwas anderem hier. Wir folgen dem Fluss ein paar hundert Meter in Richtung Westen und biegen auf einen Pfad ein der nach einem Wanderweg aussieht. Wir suchen nach etwas, glauben aber schon darauf vorbei gelaufen zu sein, da wir schon eine Weile lang gehen. Wir folgen den Pfad und eine Abbiegung später erreichen wir unser Ziel:


Der Bambuswald in Kyoto. Wieder so eine landschaftliche Besonderheit die man mit Freude bewundert. Ich denke viele von euch haben bereits irgendwann einmal ein Bild von diesem Ort gesehen. Es ist eine sehr schöne Erfahrung diesen Weg entlang zu gehen.
Am ende des Weges kommen wir an einem Tempel raus. Als wir den Tempel durchqueren, stellen wir fest, dass wir schon fast wieder zurück am Bahnhof sind. Wir haben den Wald also umlaufen und ihn durch den Hintereingang betreten.

An dieser Stelle gönnen wir uns ein Frühstück und begeben uns sofort auf den Weg zu unserem nächsten Ziel. Wir nehmen den Zug zum Ryoan-ji Tempel. Ich muss zugeben, ich hatte keine Ahnung wieso wir hier hin gekommen sind. Ich habe von diesem Ort noch nie etwas gehört. Ai hat den Tempel auf unsere Sightseeing Liste gesetzt. Den Besuch bereuen wir aber keine Sekunde. Im Zentrum des Tempels befindet sich ein recht großer See, welcher von einem Wunderschönen Garten umgeben ist.


 Wir auch der Garten den wir zuvor in der Burg Nijo gesehen haben, zieht mich dieser Garten in seinen Bann. Er strahlt Harmonie und Ruhe aus. Ich kann mich nur wiederholen. Japanische Gärten sind einfach etwas besonderes.


Im Hinterhof des Hauptgebäudes dieses Tempels befindet sich ein Zen-Garten. Ai erzählt mir, dass dies der Berühmteste Zen-Garten des Landes ist. Sie erzählt mir, dass die Steine so angeordnet sind, dass man aus keiner Perspektive alle 15 Steine des Gartens sehen kann. Es sind immer nur 14 zu sehen.

Wir verlassen das Hauptgebäude und wandern um den See herum und bewundern noch einmal den Garten und unterhalten uns über Leistung der Erbauer die diesen Garten kreiert haben.

Wir verlassen den Tempel um unser nächstes Ziel anzuvisieren. Unser Ziel ist nicht weit von hier, weshalb wir uns dazu entscheiden dorthin zu laufen.

Weiter geht es dann im nächsten Artikel!

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Sonntag, 13. November 2016

Kyoto - einer der schönsten Städte der Welt | Teil 1

Im Artikel vom 22. Janur 2013 hatte ich meine Reise nach Kyoto in kurzen Worten angedeutet.
Kyoto hat ein paar Worte mehr verdient, weshalb ich hier etwas ausführlicher berichten werde.

Neujahr in Japan ist eine sehr ruhige Zeit. Die ersten paar Tage des neuen Jahres ist Ferienzeit. Viele Firmen schließen ihre Pforten und ihre Mitarbeiter bekommen ein wenig Erholung. So man es, dass auch Ai zum Neujahr eine Woche frei hatte. Wir haben die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und haben eine kleine Reise unternommen. Die Ziele waren: Nara, Osaka, Kyoto.

Aus verschiedenen Quellen wurde mir empfohlen für Kyoto mindestens 3 Tage einzuplanen, da es dort so viel zu sehen und zu erleben gibt. Unser Zeitplan erlaubt das leider nicht. Wir haben ein einhalb Tage Zeit.
Als wir am Kyotoer Bahnhof ankommen ist das erste was mir auffällt, dass die Leute hier an den Rolltreppen rechts stehen. In Tokyo ist das genau umgekehrt. Dort stehen die Leute links auf der Rolltreppe. Ist mir aufgefallen, da ich als Tokyoter auf der falschen Seite stand und mich über die anderen Leute gewundert habe. Ich wurde aber schnell aufgeklärt. Hier steht man recht und läuft links.

Nach dem einchecken ins Hotel, welches direkt im Bahnhof integriert ist, machen wir uns auf die Stadt zu erkundigen.
Unser erstes Ziel Burg Nijo dem Sitz des Shoguns in der ehemaligen Hauptstadt Kyoto.


Die Burg ist wie eine typische japanische Burg aufgebaut. Die Burgmauern sind von einem Burggraben umgeben der mit Wasser gefüllt ist. Das Innere der Burg ist jedoch bemerkenswert. Betritt man die Burg steht man relativ schnell vor dem hölzernen Hauptbau. Es ist eine beeindruckende Demonstration japanischer Handwerkskunst. Das Gebäude ist hauptsächlich aus Holz gefertigt. Der Dachstuhl ist aus gewaltigen Holzstämmen gefertigt die mit Holzfarbenden Blechen verziert sind (ob es auch wirklich Gold ist weiß ich nicht). Die Fassaden sind teilweise mit aufwendigen Holzschnitzerreichen verziert. Ein unglaublich aufwendiges, aber auch unglaublich schönes Bauwerk. Auch das innere des Gebäudes zeugt von den hohen Handwerklichen Fertigkeiten der Erbauer und der Restaurateure. Im Inneren ist das Fotografieren verboten, um die Farben der Verzierungen vor Licht und damit vor dem verblassen zu schützen.
Der Boden knarrt bei jedem Schritt. Dies ist jedoch kein Konstruktionsfehler. Das Knarren diente den Bewohnern in der Burg im japanischen Mittelalter als Alarmanlage und damit dem Schutz gegen Eindringlingen. Es ist unmöglich sich im Gebäude zu bewegen ohne Geräusche zu hinterlassen.

So ein schönes Gebäude hat natürlich auch einen schönen Garten verdient, welcher den Shogun angemessen ist.


Hinter dem Hauptgebäude erstreckt sich ein wunderschöner japanischer Garten. Obwohl es Januar ist und dies die kargstes Jahreszeit ist, strahlt der Garten eine gewisse Schönheit und Harmonie aus. Japanische Gärten faszinieren mich ungemein. Sie zeigen die schönste Seite der Natur und sie sind wundervolle Orte um die Seele baumeln zu lassen. Das Paradoxe daran ist, dass diese Gärten genau das gegenteil von natürlich sind. Jeder Stein, jeder Baum, jeder See, jeder Grashalm dieser Gärten sind akribisch geplant und arrangiert. Die Steine, Bäume, Gräser und das Wasser sind dort wo sie sind, weil eine Person mit einem besonderen Sinn für Ästhetik die Position und die Ausrichtung von jedem Stück festgelegt hat. Japanische Gärten sind somit so unnatürlich wie die Nettetalbrücke der A61. Sie wirken jedoch unglaublich natürlich und beruhigend. Ich habe höchsten Respekt vor den Fähigkeiten der Designer. (Ist Designer das richtigeWort?)

Damit hat der Tag gerade erst Angefangen. Da ich zusammen mit einer Japanerin Reise muss der Tag akribisch durchgeplant und durchgetaktet sein. Keine Zeit zu verschwenden. Dies war die erste Station von 6 an diesem Tag. Die anderen Stationen folgen in weiteren Artikeln.

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Samstag, 12. November 2016

Natto - eine klebrige Angelegenheit

Meinen ersten Artikel seit Jahren möchte ich einer Speise widmen, welche mir besonders in Erinnerung geblieben ist: Natto

Zunächst einmal was ist Natto überhaupt?

Natto ist eine Speise die in Japan besonders gerne als Beilage zum Frühstück verzehrt wird. Natto wird durch die Fermentierung von Sojabohnen hergestellt. Es wird häufig zusammen mit Reis serviert.


Meinen ersten Kontakt mit Natto hatte ich auf einer Farm in der Ibaraki Präfektur. In Japan hat jede Region eigene kulinarische Spezialitäten. Natto ist die Spezialität aus Ibaraki. Wenn man dort ist, kommt man nicht drumherum zumindest in Kontakt damit zu kommen.

Obwohl man Natto fast gar nicht mehr besser in Szene setzten kann als es mir auf dem Foto oben gelungen ist, kann man sehen, dass es für westliche Gewohnheiten nicht unbedingt appetitlich aussieht. Natto ist hat eine extrem schleimige Konsistenz und einen recht starken Geruch. Der Schleim der die Sojabohnen einhüllt ist unvergleichlich. Die Schleimfäden die beim Aufnehmen der Bohnen entstehen werden gefühlt unendlich lang. Es ist kein Problem Meterlange Fäden zu erzeugen. Dies macht das verspeisen dieser Delikatesse auch etwas kompliziert. Möchte man Kinn und Brust beim essen nicht mit Schleim eindecken ist etwas Geschick gefragt. Am besten man führt die Schale direkt zum Mund und schiebt die Bohnen direkt in den Mund. Das ist vermutlich die sauberste Methoden. Alle anderen Ansätze sind für unerfahrene Esser zum scheitern verurteilt. Der Schleim lässt sich nur durch Expertenwissen bändigen.

Wie schmeckt es denn nun?
Ich habe eine klare Antwort darauf. Der Geschmack ist eigentlich ganz gut wenn man sich von Konsistenz und Geruch nicht abschrecken lässt. Es schmeckt nach herben Bier in fester Form.
Zumindest ist das meine Meinung. Jeden Japaner den ich das erzähle kann mein Geschmacksempfinden nicht nachvollziehen. Japanische Bier ist jedoch wenig Herb, weshalb ich glaube, dass der Widerspruch daher kommt.

Empfehle ich es?
Jeder der einmal die Chance dazu hat sollte dieses ungewöhnliche Lebensmittel zumindest einmal probieren. Was den Geschmack angeht: Geschmäcker sind verschieden. Ich persönlich kann es problemlos essen.

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Erster Eintrag seit langem

Hallo Zusammen,

seit nun gut drei Jahren habe ich nichts mehr hier im Blog veröffentlicht. Heute habe ich mich an den Blog erinnert und mal wieder rein geschaut. Beim durchstöbern der alten Artikeln wurden viele Erinnerungen schöne Erinnerungen wach, welche ich schon wieder vergessen habe.
Es ist schön, dass mich dieser Blog an die schöne Zeit in Japan erinnert und es währe schade um die Erinnerungen wenn diese einmal verfliegen.
Darum habe ich mich entschlossen meine Erinnerungen aufzuarbeiten und diese hier niederzuschreiben.
Da ich aus meiner Erinnerung schöpfen muss und seit meiner Reise mittlerweile drei Jahre vergangen sind, werden die Artikel lange nicht so Detailreich sind. Das was mir im Gedächtnis geblieben ist möchte ich trotzdem so gut wie möglich dokumentieren und vor dem vergessen Retten.

Donnerstag, 25. April 2013

Farmleben nähe Narita

Am 10.03.2013 gehe ich auf eine neue Farm in der nähe von Narita.
Zuvor war ich 4 Wochen in Hino. Dort habe ich in einer kleinen Holzwerkstatt gearbeitet und ein paar Stühle gemacht.
Nun bin ich auf den Weg zu einer neuen Farm. Hier beabsichtige ich 3 Wochen zu bleiben. Zu Beginn waren 4 Wochen geplant. Aufgrund von Planänderungen musste ich auf 3 Wochen verkürzen. Am Ende werde ich 2 Wochen bleiben.

Für die Fahrt von Tokyo zu meiner neuen Farm habe ich großzügige 4 Stunden eingeplant. In Nippori warte ich auf einen Zug in Richtung Narita. Es fahren reichlich Züge, allerdings sind alle "Limited Express" meiner Erfahrung nach muss man für diese Züge einen Aufschlag zahlen, den ich mir aber gerne sparen würde.
Ich steige in ein lokalen Zug der nicht direkt nach Narita fährt aber schonmal in die richtige Richtung. Die fahrt dauert extrem lange, da der Zug an jeder Haltestelle hält und ich 2 mal Umsteigen muss, bis ich endlich in Narita ankomme.
Beim 2. Umsteigen stelle ich fest, dass nur die "Limited Express" Züge nach Narita fahren und es keinen lokalen Zug gibt. Ich denke mir, dass es in Ordnung ist, wenn ich für die letzten 3 Stationen diesen Zug nehme.
Im Zug realisiere ich, dass "Limited Express" bei dieser Zuggesellschaft ein einfacher express Zug ist ohne zusätzliche Gebühren wie bei anderen Zuggesellschaften. Ich hätte sofort in einen dieser Züge steigen können und mir viel Zeit und Umsteigen sparen können. Naja am Ende ist man eben immer schlauer.

In Narita steige ich in einen andern Zug um und Fahre zu meiner Zielhaltestelle. Ich bin etwa 30 Minuten zu spät.

An der Haltestelle angekommen, sagt mir der Mann der im Kassenhäuschen des Bahnhofs sitzt, dass ich am Bahnhof warten soll, bis ich abgeholt werde. Ich bin etwas überrascht.
Es ist extrem windig und die Luft ist sehr staubig. Ich denke dass ist in dieser Gegend normal. Am nächsten Tag werde ich aufgeklärt, dass der Wind Staub oder Sand aus China nach Japan geweht hat und es nicht typisch für diese Gegend ist.

2 Minuten später kommt ein junger Mann auf mich zu und fragt mich nach meinen Namen. Er ist aus der Slowakei. Er macht das gleiche was ich tue und ist hier um mich abzuholen. Wir gehen zusammen zum Auto. Vor dem Auto steht eine junge Schönheit in zerrissenen Jeans. Ihr Name ist Rika und sie ist die Ehefrau des Farmbesitzers. Ich bin ein wenig verwirrt.

Wir fahren zur Farm. Dort angekommen binschwer Beeindruckt von dem Haus meiner Gastfamilie.
-Mehr über das Haus könnt ihr in 2 Videos auf meinem Youtube Channel erfahren-
Ich lege mein Gepäck in mein Zimmer. Anschließend steigen wird schon wieder ins Auto und fahren in ein Restaurant. Die Mutter meines Gastvaters hat heute Geburtstag. Wir fahren in ein Yakinuku Restaurant und schlagen uns den Bauch voll. Mein erster Eindruck von dieser Farm und seinen Bewohnern ist sehr gut. Ich fühle mich sofort zu hause.

Am nächsten Tag fängt die Arbeit an. Ich wache um 8 Uhr auf und beginne mit der Arbeit um 9. Auf dieser Farm werden kleine Tomaten und Auberginen in Gewächshäusern angebaut. Meine Aufgaben sind Unkraut jäten, Pflanzen stutzen und Tomaten ernten. Das Unkraut jäten ist allerdings der Löwenteil der Arbeit.
Über die Arbeit an sich gibt es nicht viel zu erzählen.
Jede Mahlzeit hier ist sehr üppig. Mit Essen wird hier nicht gegeizt. Zu jedem Zeitpunkt fühlt sich mein Bauch an als ob ich gleich platze.

An einem Abend erzählt uns Rika von ihrer Afrika Reise und den Safaris die sie gemacht hat. Sie erzählt uns, dass sie bei einer Wander Safari von einem Nashorn angegriffen und durch die Luft geschleudert wurde. Sie hatte Glück im Unglück und hat keine bleibenden Verletzungen davongetragen. Das ganze ist vor 15 Jahren passiert. An dieser Stelle wird mir bewusst, dass diese "junge Schönheit" älter als 40 Jahre ist.

Am Wochenende wollen wir uns die große Buddha Statue in der nähe anschauen. Sie ist über 100 Meter hoch. Zunächst wollten ich und der Mann aus der Slowakei die Statue zusammen besuchen. Als unsere Gastgeber davon Wind bekommen haben, haben sie ein Familienausflug daraus gemacht.
An einem anderen Tag erzählt uns unser Gastvater von seiner Katana Sammlung. Er präsentiert uns eines seiner Schätze. Ich nutze die Gelegenheit um ein Foto zu machen.
In meiner zweiten Woche auf der Farm, höre ich in den Nachrichten, dass die Sakura Blüte dieses Jahr aufgrund des warmen Wetters früher beginnt als gewöhnlich. Ich hatte mir vorgenommen die Kirschblüte in Tokyo zu bewundern. Ich erkläre meiner Gastfamilie meine Absicht. Ich muss die Farm früher verlassen als geplant, wenn ich die kurze Kirschblüte in Tokyo bewundern möchte. Meine Gastgeber haben Verständnis für meinen Wunsch.

Nach 2 großartigen Wochen mach ich mich wieder auf dem Weg nach Tokyo um die Sakura Blüte zu bestaunen.

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Montag, 25. März 2013

Sakura!

War heute Sakura in Tokyo bewundern.



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Dienstag, 22. Januar 2013

Was ich in der letzten Zeit getan habe.

Lange ist es her das ich das letzte mal etwas geschrieben habe. Kurzes update was ich im letzten Monat alles erlebt habe.

Neujahr in Japan ist gegen meinen Erwartungen sehr ruhig. Ich wollte es zunächst nicht glauben bis ich es dann selber erfahren durfte.
In Japan feiert man das neue Jahr nicht mit Feuerwerk und berauschenden Festen, sondern vor dem Fernseher.
Die ersten Tage im neuen Jahr sind Feiertage und die meisten Firmen haben in dieser Zeit geschlossen.Viele Leute aus den Städten nutzen diese Zeit und fahren aufs Land zu ihren Familien zurück. Tokyo ähnelt zu Neujahr einer Geisterstadt. Im Vergleich zum Rest des Jahres ist fast niemand auf der Straße. Auch ich habe diese Zeit genutzt um eine kleine Reise zu machen. Ich habe Nara, Osaka und Kyoto besucht.

Nara ist auf jeden Fall ein Tagestrip wert. Besonders beeindruckend sind die "wilden" Rehe die man im Stadtpark antrifft, sowie die große, reich verzierte Buddha Statue.

Osaka hat für einen Touristen nicht viel zu bieten. Es ist einfach eine sehr große Stadt.
Wer gerne shoppen geht kommt trotzdem auf seine Kosten. In Osaka befindet sich die größte Einkaufsstraße der Welt. Ich gehe zwar nicht gerne shoppen, der Anblick der vielen Menschen und Läden hat mich trotzdem stark beeindruckt.
Enttäuschend in Osaka ist das Schloss. Es ist das größte Schloss in Japan und von Außen schön anzuschauen. Hineingehen lohnt sich allerdings nicht. Von innen sieht es aus wie ein modernes Bürogebäude.

Ein Besuch in Kyoto kann ich allerdings jedem nur nahe legen. Diese Stadt ist mit seinem historischen Stadtteil wunderschön. Ich habe hier eine Vielzahl von Tempeln besucht und jeder von ihnen hat mich auf seine individuelle Art begeistert.


Nach meinem kleinen Urlaub geht es für mich zurück ins Farmleben.
Diesmal hat es das Glück gut mit mir gemeint. Die Farm auf der ich Lande hat etwas paradiesisches.
Als ich auf der Farm ankomme beeindruckt mich der Anblick auf das Haus der Familie bereits von Außen. Als ich es betrete, fällt mir die Kinnlade runter. Ein wunderschönes Haus.

Meine Unterkunft ist in einem separaten Gebäude neben dem Hauptgebäude. Aber auch hier sieht es gut aus. Die bisher beste Unterkunft seit ich in Japan bin.
Später erfahre ich, dass meine Unterkunft das Haupthaus war, bevor das neue große Haus gebaut wurde.

Der Vater der Familie ist Töpfer. Er töpfert mit traditionell japanischen Techniken. Hierzu gehört das Brennen der fertigen Stücke in einem Holzofen.
Hierbei wird der Ofen 7 Tage lang mit Holzscheiten gefüttert. Ausschließlich Pinienholz kommt hierfür in frage. Wieso habe ich vergessen zu fragen. Etwa 30m³ Holz werden in diesen 7 Tagen verbrannt. Da das schlagen des Holzes zu viel Arbeit macht, hat er das Holz für umgerechnet 3000 Euro eingekauft.
An dieser Stelle beginnt meine Arbeit auf dieser Farm.
Die eingekauften Holzscheite sind zu groß für den Ofen. Die zu brennenden Stücke befinden sich bei dieser Prozedur genau im Feuer. Neue Scheite werden also auf die Töpferware geworfen. Sind die Holzscheite zu groß, ist die Chance hoch, dass beim einwerfen etwas zu Bruch geht.
Meine Aufgabe war es also die Holzscheite auf eine weniger problematische Größe zu bringen. Also hier es Holz hacken. Glücklicherweise musste ich dies nicht mit der Hand machen. Mir stand ein Spaltapparat zur Verfügung. Ich schaffe es nicht das gesamte nötige Holz in der einen Woche die ich hier bei klein zu machen.

Das Essen hier ist großartig. Jedes morgen gibt es Brötchen hergestellt aus selbst angebauten Getreide. Ich esse das erste mal seit ich in Japan bin ein Brötchen.

Nach einer Woche verlasse ich diese Farm und begebe mich zurück auf die Farm auf der ich als erstes war.
Nun bin ich hier.

Ich werde versuchen in den nächsten Tagen genaueres über die einzelnen Orte zu schreiben die ich in diesem Artikel anspreche. Allerdings ist meine Zeit begrenzt, also kann ich nichts versprechen.
In den nächsten Tagen werde ich in diesem Artikel auch die Bilder nachreichen. Meine Internetverbindung spinnt, sodass ich die Bilder nicht hochladen konnte.

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Dienstag, 25. Dezember 2012

Weihnachten

Ich hatte ein tolles Heiligabend.
Bin zusammen mit Ai zu Mittag bei Bubba Gump Shrimp essen. Das ist ein Restaurant mit Forest Gump Thema wie man sich vielleicht vorstellen kann. Das Essen hier ist sehr lecker.

Am Abend sind wir dann bei ihr Zuhause und dinieren mit der Familie vom feinsten. Mit Kobe Beef und Fugu.
Habe eine gute Zeit hier.

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Dienstag, 11. Dezember 2012

Neue Farm

Ich bin vor etwas mehr als einer Woche zu einer neuen Farm in Ibaraki gewechselt. Diese Farm ist nicht ganz so traditionell wie die letzte, aber typisch Japanisch.
Meine Gastfamilie lebt in einem normalen Haus in einem Wohngebiet in der Stadt. Die "Farm" bzw die Felder befinden sich ein paar km weit weg vom Haus.

Auf den Feldern befinden sich 4 Gewächshäuser. In einem wächst Spargel, ein Haus enthält einen Kräutergarten, eines dient als Lagerraum und im letzten habe ich letzte Woche Zwiebeln gepflanzt.
Hier wird alles angebaut was man sich vorstellen kann und das alles auf einem ha.

Zu dieser Jahreszeit ernte ich hauptsächlich verschiedene Rettich Arten oder auch "Daikon". Auf einem Feld neben den Gewächshäusern wachsen 12 verschiedene  Arten.

Meine Aufgabe heute war es, alte Pflanzenreste die nach der Ernte übrig geblieben sind zu verbrennen. Das sieht man zu dieser Jahreszeit auf jedem Feld. Ich denke in Deutschland würde man das Zeug kompostieren oder einfach in die Erde pflügen.

Mir persönlich hat die letzte Farm besser gefallen. Sie war sehr traditionell Japanisch. Außerdem war das Essen bei weiten besser.
Das Problem mit dem Essen ist, dass die meisten Zutaten für das Essen vom eigenen Feld kommt. Somit ist das Essen abhängig von der Jahreszeit. Im Moment gibt es also häufig  Rettich in verschiedenen variationen. Rettich ist leider ziemlich geschmack- und nährstoffarm.


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Donnerstag, 22. November 2012

Ein Arbeitstag

22.11.2012

Ich wache um 6 Uhr auf und ziehe mich für die Arbeit um. Um 7 Uhr gibt es Frühstück. Es gibt Reis und Gemüse. Der Reis wird mit einem rohen Ei serviert. Ich habe noch nie ein rohes Ei gegessen. Ich mag den Geschmack des Eigelbs, die Konsistenz des Eiweiß ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig.
Nach dem Frühstück mache ich den Abwasch. Meine Gastgeber verzichten auf chemische Waschmittel. Das Geschirr wird ausschließlich mit klarem Wasser gewaschen. Auch zum Baden gibt es ausschließlich Kernseife. Sie bereiten ihr Wasser durch ein System das ich noch nicht gesehen habe selber auf. Dieses System kommt mit manchen chemischen Verbindungen in Waschmitteln nicht zurecht, weshalb auf solche verzichtet wird.

Als der Abwasch fertig ist gebe ich den Hühnern Wasser, während der Hausherr sie füttert. Als Futter erhalten die Hühner eine Mischung aus Reis, Weizen und ein wenig Fischmehl.
Nach ein paar anderen kleinen Aufgaben ist es schon 10 Uhr und wir legen eine halbstündige Teepause ein.
Es gibt Tee zusammen mit japanischen Snacks und Kaki.

Nach der Pause werde ich gefragt ob ich beim verputzen der Wände helfen kann. Habe ich noch nie gemacht, kann es aber versuchen.

Das Haus meiner Gastfamilie ist ganz traditionell gebaut. Die Wände des Hauses entstehen in mehreren Schritten.
Zunächst wird ein Gerüst aus Bambus geflächtet.
Der Bambus dient als Träger für eine Schicht Lehm.
Nachdem der Lehm getrocknet wird eine Art schwarzer Putz aufgebracht der aus Lehm, Sand und Reishalmen gemischt wird. Diese Schicht wird sehr sorgfältig aufgebracht und glatt gestrichen.
Nach einem Tag ist dieser schwarze Putz getrocknet und eine letzte, weiße Schicht aufgebracht.
Dieser weiße Putz ist eine Kalk Mischung aus der Region. Mir wird gesagt das diese Region berühmt für dieses Material ist und dass es im ganz Land verwendet wird.
Da die weiße Schicht die letzte ist, wird die ganz besonders gründlich aufgebracht und glatt gestrichen.
Eine Wand auf diese Art herzustellen ist sehr Zeitaufwendig.

Ich versuche mich darin die Wand zu verputzen. Es klappt ganz gut, allerdings bin ich etwas langsam und meine Gastmutter übernimmt um zu verhindern, dass er Putz trocknet bevor er endgültig glatt gestrichen ist.

Meine nächste Aufgabe ist es Nägel und Schrauben aus Holzbrettern zu entfernen. Die Bretter sollen später verbrannt werden und wie bereits erwähnt habe wird die Mülltrennung in Japan sehr genau genommen.
Das Werkzeug das mir hierzu zur Verfügung steht ist dabei um einiges besser als alles was mir bei der Arbeit in Nagoya zur Verfügung stand. Einen Akkuschlagschrauber hätte ich in Nagoya wirklich gebrauchen können.

Als ich gerade anfange ist es schon Mittag und wir machen eine Mittagspause. Zuvor habe ich mit meiner Gastmutter ein paar Onigiri gemacht die wir zum Mittag essen. Das Mittagessen ist eher ein Mittagssnack. Das große Essen gibt es hier Abends.

Nach dem Mittagsessen gehe ich meiner Nagel Aufgabe nach. Gegen 3 Uhr bin ich fertig und es gibt wieder eine Teepause. Als ich während der Pause aus dem Fenster im Wohnzimmer schaue sehe ich ein Reh welches durch das Feld vor dem Haus läuft.
Als ich meine Kamera ergreife ist es schon zu weit weg um ein gutes Foto zu bekommen.
Die Aussicht von meinem Sitzplatz am Tisch ist allerdings auch nicht zu verachten.
Nach der Tee Pause schaufeln wir Dreck der vorher in der Sonne getrocknet wurde in Säcke und verstauen diese in einem Schuppen. Die Erde nutzen wir am Freitag um in einen Raum den Boden auf traditionell japanische Art zu legen.
Als wir damit fertig sind und wir schnell noch die Eier aus dem Hühnerstall holen heißt es schon wieder Feierabend.

Morgen bin ich auf eine Feier in der Schule der ältesten Tochter eingeladen. Morgen wird also nicht so viel gearbeitet.

Zum Abschluss noch ein paar Bilder von dem Haus in dem ich hier Wohne.



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Dienstag, 20. November 2012

Farmleben

20.11.2012

Am Montag den 19.11.2012 verlasse ich das Haus meiner Gastfamilie in Tokyo um 11 Uhr morgens um mich auf den Weg zum Bahnhof zu machen.
Mein Ziel ist Kuzuu in der Präfektur Tochigi. Hier werde ich für zwei Wochen auf einer Farm arbeiten.
Den Kontakt zu dieser Farm habe ich über das Internet hergestellt. Die Arbeit ist nicht bezahlt, ich arbeite für Essen und Unterkunft. Allerdings bekomme ich einen Einblick in das Land- und Familienleben in Japan.

Die Zugfahrt nach Kuzuu dauert etwa 3 Stunden. Zusätzlich habe ich Schwierigkeiten meine Züge zu finden. Gut das ich früh genug los gefahren bin.
Ich muss 3 mal Umsteigen bis ich an meinem Zielbahnhof ankomme.

Als ich ankomme ist es kurz vor 15 Uhr. Ich soll um 15 Uhr vom Bahnhof abgeholt werden. Ich warte und um 15:20 Uhr ist immer noch niemand am Bahnhof. Ich mache mir sorgen ob man mich vergessen hat und versuche eine Handy Nachricht zu schreiben. Leider habe ich nur die Mobieltelefon Nummer. In Japan ist es nicht immer möglich Nachrichten nur mit der Mobiltelefon Nummer zu versenden. Man benötigt meistens die Mail Adresse des Handys.
Meine Nachricht kann also nicht zugestellt werden. Ich rufe also an und die Stimme im Telefon sagt mir, dass ich in 20 Minuten abgeholt werde.
Etwa 30 Minuten später werde ich dann abgeholt. Eine Frau begrüßt mich mit breiten, freundlichen Lächeln. Im Auto sitzt ein 3 Jahre alter Junge. Er heißt Taisuke und ist im ersten Augenblick sehr schüchtern.
Ich lade mein Gepäck in das Auto und wir fahren erstmal zum Baumarkt um ein paar Säcke zu kaufen. Anschließend geht es zum Kindergarten um den zweiten Sohn abzuholen. Er ist 5 Jahre alt. Als er ins Auto steigt begrüßt er mich selbstbewusst und höflich und stellt sich als Kentaro vor. Darauf springt sein kleiner Bruder an und stellt sich mir auch vor.
Danach geht es Nachhause.

Das Haus ist etwa 2 Kilometer vom Kindergarten entfernt und steht an der gleichen Straße.
Es ist im traditionell japanischen Stil gebaut. Es ist Hauptsächlich aus Holz gebaut und recht groß.

Bevor ich das Haus betrete ziehe ich mir die Schuhe aus, wie es in Japan üblich ist.
Der Boden im Flur ist aus Holz. Eine Schiebetür führt zum Wohnzimmer. Es ist 9 Tatami Matten groß. In der Mitte des Zimmers steht ein kniehoher Tisch. Man sitzt auf dem Boden. Auf den Tisch liegen Decken, die den Raum unter dem Tisch von der Umgebung trennen. Die Unterseite des Tisches ist beheizt. Sitzt man am Tisch, befinden sich die Beine unter den Decken im Warmen. Angenehm an kalten Tagen.

Am Tisch sitzt die Tochter der Familie und macht ihre Hausaufgaben. Sie ist 9 Jahre alt und heißt Moe.
Die Kinder sind richtig niedlich und scheinen sich über meine Anwesenheit zu freuen.

Draußen wird es bereits dunkel und heute gibt es keine Arbeit mehr für mich also habe ich erstmal Freizeit.
Moe fragt mich ob ich mit ihr etwas Origami machen kann. Wir falten also ein paar einfache Figuren aus einem Kinderbuch. Ich stelle mich trotzdem nicht gerade geschickt an.

Um 19 Uhr gibt es Abendessen. Es gibt Hühnerfleisch vom eigenem Hof und verschiedenes Gemüse, sowie Reis.

Am Abendtisch werden mir meine Aufgaben auf dem Hof erklärt.
Zur Zeit wird hier kein Ackerbau betrieben. Das Haus in dem ich bin ist noch nicht fertig gebaut und meine Gastgeber beschäftigen sich zur Zeit hauptsächlich damit das Haus fertig zu stellen. Deshalb beschränken sie sich auf die Eier Produktion. Sie haben etwa 100 Hühner hier.
Somit gibt es hier keine Feldarbeit für mich.
Meine erste Aufgabe wird es sein, den nicht fertiggestellten Raum neben dem Wohnzimmer zu säubern, da hier am Wochenende ein Workshop für traditionelles pflastern von Böden stattfinden soll. Zur Zeit wird der Raum als Holzwerkstatt genutzt und ist voll mit Sägespänen.

Nach dem Baden gehe ich ins Bett.
Mein Raum befindet sich im ersten Stock des Nebengebäudes. Das Gebäude ist genauso wie das Hauptgebäude nicht beheizt. Zu dieser Jahreszeit sind die Nächte eiskalt.
Damit ich die Temperatur in der Nacht ertragen kann, werden mir 5 dicke Decken bereit gestellt. Unter den Decken ist mir Warm. Nur mein Gesicht friert, wenn ich mein Kopf aus den Decken heben.

Am Morgen gibt es Fisch zum Frühstück sowie die Reste vom Abendessen und Reis als Beilage.
Um 8 Uhr fängt die Arbeit an.

Glücklicherweise muss ich nicht den ganzen Tag nur den besagten Raum säubern. Gelegentlich gibt es auch andere Aufgaben für mich, sodass die Zeit schnell vergeht.
Um 10 Uhr gibt es eine Tee Pause von 30 Minuten. Um 12 Uhr gibt es eine Mittagspause sowieso Mittagessen für eine Stunde.
Zum Mittagessen gibt es Udon. Japanisch Nudeln. Sie liegen auf einem Teller in der Mitte des Tisches. Man nimmt sich die Nudeln von diesen Tellern und taucht sie in eine Suppe bevor man sie ist. Alle schlürfen laut beim Essen. Ich gebe mein bestes aber ich kann das nicht.
Um 15 Uhr gibt es nochmal 30 Minuten Tee Pause.

Um etwa 16:30 Uhr bin ich mit meiner Arbeit fertig. Ich setzte mich an den Tisch im Wohnzimmer und schreibe diesen Text während ich auf das Abendessen warte.

Die beiden Tasuke und Kentaro spielen lautstark miteinander. Moe sitzt am Tisch und macht Hausaufgaben. Die Mutter kocht in der Küche die an das Wohnzimmer angrenzt und der Vater sitzt am PC.
Im ganzen ist das hier genau die Erfahrung die ich mir gewünscht habe. Ich bin in mitten einer jungen japanischen Familie.

Dies ist nur ein grober Einblick in meinen Tagesablauf. Wie mein Leben hier genau aussieht werde ich in den nächsten Tagen genauer Berichten und ein paar Bilder präsentieren.

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Samstag, 17. November 2012

Ausflug zum Takaosan

16.11.2012

Als ich am Morgen aufwache möchte ich meine Gastmutter fragen ob sie heute etwas spazieren gehen möchte. Wie der Zufall es so will, ruft mir meine Gastmutter schon entgegen, dass sie mit mir heute zum Mt. Takao möchte, als ich mein Zimmer verlasse. Eine Hikingtour steht heute als auf dem Plan.
Sofort nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg.
Wir fahren mit den Fahrrädern zum nächstgelegenen Bahnhof um dort den Zug zu nehmen. Kurz bevor wir am Bahnhof ankommen fällt uns auf, dass wir beide unsere Kamera Zuhause vergessen haben. Also machen wir kehrt um die Kameras zu holen.

Als wir das zweite mal am Bahnhof ankommen parken wir die Fahrräder auf einem speziellen Fahrrad Parkplatz. Was das Parken hier kostet weiß ich nicht.

Am Bahnhof kaufen wir uns ein spezielles Ticket. Es kostet 980 yen pro Person und beinhaltet Zugfahrt zum Berg und zurück und die Fahrt mit dem Seilbahn auf den Berg.

Die Fahrt mit dem Zug dauert etwa eine Stunde. Der Berg Takao ist etwa 600 Meter hoch und von seiner Spitze hat man Blick auf den größten Teil von Tokyo und auf den Fuji.
Der Berg gehört noch zum Raum Tokyo und ist gerade im Herbst ein sehr beliebtes Reiseziel. Auf den Berg befindet sich ein Mischwald mit verschiedenen Arten von Nadel- und Laubbäumen. Das herbstliche Laub hat hier alle Farben und Formen.

Es ist Freitag Morgen aber trotzdem stehen wir vor einer Menschenmasse als wir am Berg ankommen. Wandern scheint in Japan ein beliebter Zeitvertreib zu sein. Nicht nur alte, sondern auch viele junge Leute sind hier zu sehen. Gemeinsam haben sie, dass sie alle teure Outdoor Kleidung tragen.
Ich trage die Schuhe die ich mir 1 Tag vor meiner Abreise nach Japan gekauft hatte. Mit denen war ich auch auf dem Fuji. Sie sind gerademal 3 Monate alt haben aber Gebrauchsspuren von 2 Jahren. Ich werde am Sonntag vermutlich neue Schuhe kaufen gehen bevor ich meine Arbeit auf der Farm antrete.
Am Fuß des Berges stehen wir vor der Wahl ob wir die Seilbahn nehmen und uns damit den halben Weg sparen oder zu Fuß gehen. Wir entscheiden uns für den Fußweg.
Es gibt verschiedene Routen die auf den Berg führen. Wir entscheiden uns für die Hauptroute.
Die Route ist sehr steil und von schönen Landschaften gesäumt.
Auf dem Weg nach oben gibt es mehrere Zwischenstationen um Pause zu machen und sich mit Souvenirs einzudecken und ein großen Tempel.
Der Tempel befindet sich auf etwa 2/3 des Weges zur Spitze. Als wir dort ankommen höre ich aus einem Gebäude  ein Gebetsmantra. Das hier scheint nicht nur ein Tempel zu sein, sondern ein Kloster. Ich kann die Mönche zwar hören aber nicht sehen.

Am Tempel findet man mehrere Tengu Statuen. Hierbei handelt es sich um japanische Fabelwesen die eine Mischung aus Vogel und Mensch darstellen. Sie Zeichnen sich aus durch eine rote Haut und eine lange Nase und sie scheinen auf Bergen zu leben.

Vom Tempel ist es nicht mehr weit zur Spitze.
An der Spitze angekommen machen wir ein paar Fotos von dem Ausblick und von den Bäumen hier und genießen den Ausblick.

Anschließend geht es wieder Berg ab. Bei Abstieg entscheiden wir uns die Seilbahn zu nehmen.

Als wir an unserem Heimatbahnhof ankommen, gehen wir in ein Restaurant essen. Es ist beliebt für seine großen Portionen und den dafür verhältnismäßig niedrigen Preis.
Nach dem essen geht es Nachhause.

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Dienstag, 13. November 2012

Weg aus Nagoya

12.11.2012

Am Samstag den 10.11.2012 habe ich Nagoya verlassen.

Am gleichen Tag habe ich mich noch mit Miyuki in Nagoya getroffen. Ich kenne sie noch aus Deutschland.
Als wir uns Treffen muss ich erstmal mein Gepäck los werden und ein Paket abschicken.

Für mein Gepäck finde ich ein großes Schließfach am Bahnhof. Es kostet mich 700 Yen.
Das Paket das ich verschicken möchte enthält eine Art Bento Box. Sie ist schwarz lackiert und auf ihr sind goldene Verzierungen.
Des weiteren befindet sich in der Box eine Tee Tasse und eine Rolle Stoff.
Das Zeug habe ich von einem Antiquitätenhändler in Japan während meiner Arbeit in Nagoya geschenkt bekommen. Ich habe noch mehr Dinge bekommen allerdings habe ich mich aus Kosten Gründen dazu entschlossen das Paket möglichst leicht zu halten.
Die Rolle Stoff ist meiner Meinung nach das Beste in dem Paket. Ich schätze es ist echte Seide und es ist mit schönen Mustern in rosa verziert. Das Original Preisschild an der Rolle gibt einen Preis von 23000 Yen an. Nach aktuellem Wechselkurs etwa 230 Euro. Ich habe das Preisschild entfernt damit der Zoll nicht auf falsche Gedanken kommt. Schließlich habe ich das Zeug buchstäblich aus dem Müll.

Meine Bemühungen das Paket leicht zu halten zahlen sich nicht wirklich aus. Obwohl ich es mit der günstigsten Option verschicke kostet es mich immer noch 3000 yen.
Später erfahre ich, dass mich Pakete unter 2kg gerademal ein drittel des Preises bei express Lieferung kosten. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich 2 Pakete geschnürt. Für das nächste mal bin ich schlauer.

Nachdem das Paket abgeschickt ist, gehen wir ins Science Museum in Nagoya.
Es ist ganz nett aber irgendwas stört mich daran. Besonders da alles ziemlich kindlich aufgemacht ist.
Später finde ich heraus, dass dies nicht das Museum war welches ich eigentlich besuchen wollte. Vielleicht komme ich in den nächsten Monaten nochmal nach Nagoya und besuche das richtige Museum.

Anschließend kaufe ich noch ein paar Souvenirs, da ich morgen zurück nach Tokyo fahre und dort für eine Woche bei einer Familie unter komme und ich nicht mit leeren Händen da stehen will.
Ich entschließe mich für eine lokale Spezialität.
Eine Süßigkeit mit dem Namen Akahuku.
Dabei handelt es sich um eine Reis Paste die mit einer gezuckerten roten Bohnenpaste überzogen ist. Süße Bohnenpaste klingt für mich erstmal befremdlich, ist hier allerdings sehr beliebt und ich stelle später fest, dass es tatsächlich gut schmeckt.

Nach dem Einkauf geht es in ein Restaurant das lokale Spezialitäten serviert. Besonders bliebt sind hier die Chicken Wings. Sie sind hauptsächlich nur mit Pfeffer gewürzt, schmecken aber tatsächlich großartig.

Am Abend hole ich mein Gepäck am Schließfach ab. Ich komme um 22:35 Uhr an und stelle fest, dass der Schließfach Bereich um 22:30 Uhr schließt. Glücklicherweise ist er aber noch geöffnet und ich hole mein Gepäck. Wäre ich etwas später gekommen hätte ich ziemliche Probleme gehabt.

Um 23:30 Uhr nehme ich den Nachtbus nach Tokyo. Im ersten Augenblick bin ich erleichtert, dass ich genug Beinfreiheit habe. Als die Person vor mir den Sitz nach hinten lehnt stellt sich allerdings Ernüchterung ein. Ich kann meine Beine garnicht bewegen. Da ich die längste Zeit der fahrt schlafe ist es allerdings erträglich.

Um 5:30 Uhr am nächsten Morgen erreiche ich den Bahnhof in Shinjuku. Ai holt mich ab und wir fahren direkt zu ihr Nachhause. Die Sonne geht gerade auf. Angekommen halte ich erstmal ein Nickerchen.
Mein erster Tag hier verläuft recht Ereignislos. Ich überreiche mein Gastgeschenk und es gibt Abendessen. Es gibt hauptsächlich gebratenes Gemüse. Auf dem Gemüse befinden sich gebratene Scheiben Kobe Beef.(Ja Relu du darfst Eifersüchtig sein) Einfach ein toller Geschmack.
Mein Gastvater ist Koch in einem Hotel und er hat das Fleisch von der Arbeit mit gebracht. Ich habe ihn aber bisher nicht gesehen, da er wirklich den ganzen Tag lang Arbeitet.

Heute bin ich fast den ganzen Tag alleine mit meiner Gastmutter.
Ich habe keine Pläne und nutze die Zeit um etwas Japanisch zu lernen.
Am Nachmittag lädt mich meine Gastmutter dazu ein mit ihr einen Park in der nähe zu besuchen.
Die fahrt zum Park dauert mit dem Fahrrad etwa 10 Minuten. Als ich den Park betrete bin ich sofort beeindruckt.





Es ist ein sehr schöner und gepflegter Park.
Die Leute gehen zu dieser Jahreszeit gerne in den Park, da sich die Blätter der Bäume Gelb und Rot färben.
Japaner sehen das Herbstliche Laub genauso gerne wie die Kirschblüte im Frühling.
Im Moment ist das meiste aber noch Grün. Nur ein paar wenige Bäume tragen gelbe Blätter.

Ich genieße den Anblick des Parks. Nach meiner stressigen Zeit in Nagoya ist das eine willkomme Abwechslung.

Als wir den Park verlassen fahren wir mit dem Fahrrad weiter. Mir fällt auf, dass wir einen anderen Weg fahren als wir gekommen sind.
Meine Gastmutter spricht nur Japanisch, was die Kommunikation etwas kompliziert macht. Ich schätze sie möchte mir noch etwas anderes zeigen.

Nach ein paar Minuten stehen wir vor einem großem Haus mit schönem Garten in allerlei Pflanzen wachsen. Sogar einen Bananenbaum entdecke ich.
Wir betreten das Haus und ich denke mir, dass es sich hierbei um eine Art Museum handelt.
Meine Gastmutter führt mich durch das Haus nach hinten in einen kleinen Raum. Zu meiner Überraschung findet hier eine japanische Teeparty statt, wie meine Gastmutter es nennt. Wir würden es Teezeremonie nennen.

Niemand scheint hier scheint Englisch zu sprechen und ich bin total überfordert mit der Situation.
Jemand stapelt 4 Sitzkissen aufeinander und fordert mich dazu auf mich zu setzten. Meine Gastmutter macht sich später darüber lustig, da man normalerweise nur auf einem Kissen sitzt.
Eine alte Dame fragt mich ob ich gerne ein paar Süßigkeiten hätte. Ich habe keine Ahnung was ich Antworten soll und schaue nur zu meiner Gastmutter, die sich allerdings mit jemand anderem Unterhält.
Man wartet meine Antwort nicht ab und legt mir eine Süßigkeit in Blumenform hin. Sehr schön anzusehen.
Man fordert mich mehrfach dazu auf zu essen. Ich bin etwas zurückhaltend und es fällt mir schwer dieses schöne Gebilde zu verspeisen. Nach mehrfacher Aufforderung fange ich an zu essen.
Die Süßigkeit erinnert mich an Marzipan, ist aber ein wenig weicher. Ich denke sie ist auch aus süßer Bohnenpaste gemacht. Habe aber nicht nachgefragt.
Während ich meinen ersten Bissen nehme bereitet mir die Tee Meisterin einen Tee zu und serviert ihn mir.
Ich mag den grünen Tee Geschmack eigentlich nicht so sehr aber dieser schmeckt ganz gut. Vielleicht liegt es an der Kombination mit den Süßigkeiten.

Eine alte Frau beginnt mir Fragen auf Englisch zu stellen. Sie Fragt mich woher ich komme und ich antworte aus Koblenz, da es bekannter ist als Mayen. Die alte Frau kennt Koblenz und auch Mayen. Als sie Mayen erwähnt, erkläre ich, dass ich aus Mayen bin und sie erzählt mir, dass ihre Tochter vor 24 Jahren in einer Jugendherberge in Mayen war und sie darum die Stadt kennt.

Die ganze Sache dauert vielleicht nur 15 Minuten, da sie kurz davor waren die Party zu beenden. Sie haben mir zu liebe etwas überzogen.
Ich habe über die ganze Zeit ein breites Lächeln im Gesicht.

Als wir später zu Hause sind und Ai nachhause kommt, erzählt sie mir, dass ich großes Glück habe an einer solchen Veranstaltung teilnehmen zu können. Sie selber hat nie eine besucht.

Zum Abendessen gibt es ein japanisches Curry mit Reis sowie viele verschiedene Beilagen.

Im ganzen war das ein sehr spannender und lustiger Tag für mich.


Sonntag, 28. Oktober 2012

Arbeit in Nagoya

Mein letzter Eintrag ist schon eine Weile her. Der Grund dafür ist, dass ich jetzt in Nagoya bin, da ich hier eine Arbeit gefunden habe und diese sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.
Ich sammle Schrott, Autobatterien, Stromkabel und alte Haushaltsgeräte auf der Straße und verkaufe sie auf dem Schrottplatz.
Mein Boss stellt mir hierzu einen kleinen Transporter zur Verfügung. In Gegenleistung erhält er einen Teil meiner Einnahmen.

Dieser Arbeit kann hier in Japan extrem lukrativ sein. Mülltrennung wird in Japan extrem genau genommen. Dies hat zur Folge, dass es Tage gibt, an denen die Leute unter anderem ihren Schrott zum abholen auf die Straße legen. An solchen Tagen fahre ich früh raus und durchsuche die Müllsäcke nach dem zuvor erwähnten Zeug.
Was man am Morgen findet ist allerdings nicht genug für einen anständigen Lohn. Um mehr verkaufbares Material zu erhalten fahre ich Nachmittags durch die Straßen und halte ausschau nach alten Fahrrädern oder anderen Schrott in Hintergärten. Wenn ich etwas finde frage ich den Hausbesitzer ob ich es mit nehmen darf. Wenn ich Glück habe, geben sie mir das Objekt meiner Begierde.
Auf diese Weise verdient mein Boss umgerechnet 300 Euro täglich. Der Knackpunkt bei der ganzen Sache ist das erwähnte "Glück". Ich bin im Moment extrem erfolglos.
Über die sammle Aktionen am Morgen kann ich mich nicht beklagen, hier fällt immer eine Kleinigkeit ab, allerdings sind meine Nachmittage extrem erfolglos. Ich mache das jetzt seit 4 Tagen und erst 3 Leute haben mir Ihren Schrott überlassen. Es ist erstaunlich wie viele Leute Schubkarren mit einem großen Loch im Boden oder absolut verrostete Motoren tatsächlich noch nutzen (zumindest behaupten sie das).

Ich hoffe für mich, dass mich mein Glück in den nächsten Tagen finden wird. Wenn meine Erfolge weiterhin zu karg ausfallen, muss ich diese Tätigkeit an den Nagel hängen und stehe komplett ohne Verdienst dar.

Meine Unterkunft ist mit umgerechnet 200 Euro im Monat extrem günstig für Japan. Der Nachteil ist, dass ich keine Dusche und kein warmes Wasser habe. Zum waschen gehe ich jeden Tag in ein "Sento", also einem öffentlichen Bad.
Seit ich in Nagoya bin, Arbeite ich jeden Tag sehr lange und sehr hart. Man glaubt kaum wie anstrengend es ist einen Kühlschrank mit einer Eisenstange auseinanderzunehmen. Leider ist dies aber auch die schnellste Methode.

In der ersten Woche in der ich hier war habe ich das Lagerhaus meines Bosses aufgeräumt um Stauraum für mein eigenes Zeug zu schaffen. Für diese Arbeit habe ich noch täglich einen festen Lohn erhalten. Seit ich mit dem Sammeln von Schrott begonnen habe verdiene ich nur das was ich auch finde.
Im Lagerhaus bewahrt mein Boss Schrott auf, bis sich die Preise für Schrott wieder bessern. Allerdings ist das Lager voll, sodass er seinen neuen Schrott direkt beim Händler abliefert.

Die Arbeit ist teilweise aber auch sehr interessant.
Bei meiner Suche nach Schrott habe ich an einer kleinen Halle angefragt ob ich den alten Betonmixer der vor der Halle steht haben kann. Den wollten sie mir nicht geben, dafür aber etwas Metall Schrott. Wie sich herausgestellt hat, handelt es sich bei dieser Halle um eine Manufaktur für Nuss Snacks und zwar der höchsten Güte. Als Dankeschön hat mir der Besitzer der Manufaktur einen 5 kg Beutel seines Produktes überlassen. Diese Snacks schmecken einfach göttlich. Es sind geröstete Cashewkerne in einer Knusprigen Hülle mit leichtem Schrimpsgeschmack. Wie ich die Preise in Japan kenne habe ich Snacks im Wert von gut über 200 Euro erhalten.
Ich esse diese Dinger wie verrückt. Ich befürchte schon das ich in ein tiefes Loch fallen werde wenn alle weg sind und ich nichts mehr zum knabbern habe.

Dieser Eintrag enthält keine Bilder, da sich meine Kamera während der Arbeit als zu unhandlich herausgestellt hat und ich deshalb kaum Bilder in meiner Zeit in Nagoya gemacht habe. Ich persönlich finde Nagoya in vergleich zu Tokyo ziemlich hässlich.


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Samstag, 29. September 2012

Botschaft die zweite und Salsa

28.09.2012

Ich gehe am morgen in der Botschaft um meinen Führerschein übersetzten zu lassen. Das ganze dauert 2 Tage. Da heute Freitag ist wird die Übersetzung am Dienstag fertig sein. Ich muss also nochmal wieder kommen.

In Japan wird der deutsche Führerschein oder ein in Deutschland ausgestellter internationaler Führerschein ohne weiteres nicht akzeptiert.
Um hier als Tourist Auto fahren zu dürfen, muss man eine amtliche Übersetzung seines Führerscheins, sowie den Reisepass mit sich führen. Eine Übersetzung kann man beispielsweise in der deutschen Botschaft anfertigen lassen. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten.

Nach meinem Besuch in der Botschaft fahre ich zurück nach Asakusa. Ich schaue mir etwas die Souvenirläden an die hier stehen. Zwei Oberschüler sprechen mich an ob sie mich interviewen dürfen.
Sie machen ein Schulprojekt in Englisch. Die beiden wollen in den USA studieren und die Schule die sie besuchen bereitet sie darauf vor.
Einer der beiden erzählt mir das sein Haus direkt neben der deutschen Botschaft steht. Was für ein Zufall, da komme ich gerade her.
Es handelt sich um einen Jungen und ein Mädchen. Der junge Fragt mich ob ich seine Mitschülerin niedlich finde. Ich finde die Frage etwas merkwürdig aber in Japan ist das Wort niedlich oder kawai allgegenwärtig. Vielleicht ist diese Frage in Japan anders zu verstehen als in Deutschland.
Anschließend gehe ich zurück zur Unterkunft und lege mich schlafen. Ich war gestern zu lange wach und bin heute zu früh aufgestanden.

Um kurz vor 6 gehe ich aus dem Haus um mich mit Atsushi in Roppongi zu treffen. Er möchte mit mir in eine Salsa Bar gehen.
Das ist das erste mal für mich, bin gespannt was das wird.
Die Bar in die wir gehen wurde neu eröffnet nachdem die alte wegen Gesetzeswidrigkeiten schließen musste, wie mir erzählt wird.
Eine Bar oder ein Nachtclub zu betreiben ist in Japan recht schwer. Die meisten Läden hier machen nicht aus finanziellen Gründen zu, sondern weil sie irgendwie mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Wir treffen uns an der U-Bahn Station und gehen in eine Salsa Bar.
Es sind kaum Leute drinnen. Atsushi meint das es noch etwas früh sein und vielleicht später noch Leute nach kommen.
Er zeigt mir ein paar einfache Schritte, ich versage schon bei diesen. Nach 2 Stunden geht es ein wenig besser.
Atsushi führt seine Tanz Künste mit einen der anderen Gästen vor. Der Mann ist richtig gut, seine Tanzpartnerin kommt kaum noch hinterher.

Als ein paar von den ohnehin schon wenigen Leuten die Bar verlassen entschließen wir uns auch zu gehen. Atsushi entschuldigt sich bei mir, dass er die falsche Bar gewählt hat.
Ich denke das ist nicht nötig. Ich hatte auch so meinen Spaß.
Er ist ein echt netter Kerl und wollte mir einen guten Abend bereiten.

Heute gibt es keine Bilder.

Donnerstag, 27. September 2012

Deutsche Botschaft, erster Versuch

27.09.2012

Heute stehe ich um 8 Uhr auf, da ich zur deutschen Botschaft in Tokyo möchte.
Vorher checke ich aber noch meine Mails, frühstücke, dusche und döse ich ein wenig.
Irgendwann entscheide ich mich dann dazu los zu gehen. Ich weiß nicht wie spät es ist.

Die Botschaft ist in Hirro eine Station hinter Roppongi.
Nachdem ich ankomme finde ich die Botschaft schnell.
Ich sage dem Mann der am Eingang Wache steht, dass ich meinen Führerschein übersetzten lassen möchte.
Er Antwortet mir, dass die entsprechende Stelle heute schon Geschlossen hat. Ich bin überrascht und Frage nach den Öffnungzeiten. 8-11 Uhr morgens.
Na dann muss ich wohl morgen wieder kommen.
Ich drehe mich um und schaue auf die Uhr. Es ist 11:20 Uhr. Ich habe wohl zu lange gedöst.
Bei diesen Öffnungszeiten fühlt mich sich gleich wieder nach Deutschland zurück versetzt.

Ich überlege jetzt was ich mache da ich schonmal hier bin und folge der Straße zurück die ich gekommen bin. Dann entdecke ich ein Schild der den Weg nach Shibuya zeigt. Shibuya ist nicht sehr weit von hier. Ich denke da kann ich nochmal vorbei schauen.
Das hier scheint eine ziemlich reiche Gegend zu sein. Hier gibt es viele Sportwagen auf der Straße und auf meinen Weg nach Shibuya ist ein Autohaus in dem ausschließlich Luxus Karossen stehen.
Ich bin gut 40 Minuten unterwegs bis ich in Shibuya ankomme.

Ich gehe in ein McDonalds in der Hoffnung freies W-Lan zu finden. Fehlanzeige, nicht in diesem.
Trotzdem hole ich mir ein paar Burger und mache eine Pause.
Ein paar Tische weiter sitzen zwei Amis und unterhalten sich. Ein Mann und eine Frau. Die Frau hat die wohl nervigste Stimme die ich in meinen Leben gehört habe. Zusätzlich spricht sie mit total ernster Mine pausenlos über Belanglosigkeiten. Das halte ich nicht lange aus, nachdem meine Burger verputzt sind verschwinde ich hier.

Ich nutze die Gelegenheit um nochmal im Yoyogi Park vorbei zu schauen.
Während meines Spaziergangs durch die Park sehe ich erneut viele interessante Aktivitäten.

Auf der Wiese wird ein Fotoshooting abgehalten. 9 Modells stehen hier und warten abwechseln darauf, dass sie an die Reihe kommen.
Die Damen sind sicherlich alle hübsch aber eigentlich nichts was man hier nicht ständig auf der Straße sieht. Jemand hat mir mal erzählt, dass es in Japan wohl recht einfach ist zumindest gelegentlich einen Modell Job zu bekommen.
Im Grunde muss man sich nur modisch kleiden und sich lange genug in Shibuya aufhalten. Irgendwann wird man schon angesprochen mit einem Angebot. Nur sollte man vorher noch klären ob es ein Mode oder ein nackt Shooting ist.
Ich stelle mich zu dem Shooting um ein paar Bilder von der Szene zu machen. Gleich als ich die Kamera auspacke posieren die Damen schon vor mir. Ich habe die Gelegenheit leider nicht genutzt und tatsächlich nur die Szene Fotografiert.


Ganz in der nähe machen ein paar Mädchen Seifenblasen. Nebendran werfen sich zwei Jungs einen Baseball zu. Wieder ein paar Schritte weiter scheinen Studenten ein Film zu drehen. Sie haben recht gute Ausrüstung. Zum Filmen nutzen sie eine DSLR. Seit der Canon 5D Mk2 haben DSLRs in der Filmbranche stark an Bedeutung gewonnen.

Gegen Abend wird es ein wenig kälter und der Wind beginnt zu blasen. Daraufhin mache ich mich auf den Heimweg.

Am Ueno Bahnhof entdecke ich einen Stand der Früchte verkäuft. Ich denke diese Früchte sind als Geschenke gedacht. Sie sind besonders schön anzusehen, haben aber auch einen besonderen Preis.

Morgen werde ich eine Stunde frühe aufstehen um rechtzeitig bei der Botschaft an zu kommen.


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Montag, 24. September 2012

Ein Spaziergang

24.09.2012

Heute war ich bin in den Nachmittag hinein zu Hause.
Dann hat mich irgendwann das schlechte Gewissen gepackt und ich bin raus mit meiner Kamera um zumindest ein paar Fotos zu machen.
Über ein Paar dieser Fotos möchte ich Heute schreiben.
Dieser Parkplatz befindet sich ganz in der nähe meiner Unterkunft. Davon gibt es mehrere in dieser Gegend.
Auf dem Schild stehen die Parkgebühren für diesen Platz. zwischen 8 und 22 Uhr kostet das Parken 200 Yen (momentan etwa 2 Euro) pro halber Stunde. Nach 22 Uhr immerhin noch 100 Yen pro 30 Minuten.
Man bedenke, dass meine Unterkunft in einem einfachen Wohngebiet liegt das verhältnismäßig ruhig ist für Tokyo.
In Ginza, eines der belebten Einkaufsbezirke Tokyo habe ich einen Parkplatz gesehen auf dem was Parken 800 Yen pro 30 Minuten kostet. Ich denke wenn ich mich weiter umschaue finde ich auch noch teuerere Parkgelegeheiten.
Allgemein ist das halten eines eigenen PKWs in Tokyo extrem teuer. Üblich sind 30000 Yen pro Monat für einen festen Stellplatz, dazu kommt noch das Parken auf anderen Plätzen.
Das halten eines eigenen PKWs ist in den meisten Fällen auch absolut überflüssig in Tokyo, da das öffentliche Verkehrsnetz sehr gut ausgebaut ist.
Dies hat zur folge, dass Tokyo trotz seiner vielen Einwohner kaum Straßenverkehr hat, verglichen mit deutschen Großstädten. Die meisten Fahrzeuge die man sieht sind Taxis, Firmenwagen und Transporter. Unter den Privat genutzten Fahrzeugen auf der Straße ist der Anteil der Sportwagen und Luxuslimousinen verhältnismäßig hoch.

Um auf den Stellplatz zu kommen muss man über die Vorrichtung fahren die im Bild zu erkennen ist. Nachdem ein Auto eine gewisse Zeit auf dem Platz steht, klappt sie hoch und verhindert somit ein weg fahren. Mann muss das Auto also wieder freikaufen.
Bei diesem Bild geht es mir um die Kleidung die oben vor dem Fenster hängt. Das sieht man hier auch häufig. Die meisten Gebäude in meiner Gegend haben kein Balkon, höchstens ein Dach. Ist das Dach nicht verfügbar, wird die Kleidung aus dem Fenster gehangen.
Auf diesen Bild wollte ich den Kontrast zwischen dem modernen und des traditionellen Japan in Form der Architektur Sichtbar machen.
Ich denke dazu muss ich nicht viel Worte verlieren
Es ist kaum möglich ein Tag durch Tokyo zu spazieren ohne einem Kamerateam zu begegnen. Die sind hier überall. Ich denke mir, dass jeder Japaner alle diese Orte schon endlose male im Fernsehen gesehen haben muss.

Sonntag, 23. September 2012

Tokyo Game Show

22.09.2012

Gestern habe ich von jemanden erfahren, dass dieses Wochenende die Tokyo Game Show stattfindet. Dort möchte ich auf jeden Fall hin. Ich würde auch alleine gehen aber Begleitung wäre nicht schlecht. Darum frage ich alle meine Kontakte ob sie mit möchten.
Ich finde tatsächlich zwei Leute die mit wollen.

Wir sind um 8:30 am Bahnhof verabredet. Ich stehe um 6:30 auf.
War gestern zu lange wach und bin noch müde. Auf dem weg zum Bahnhof kaufe ich mir zwei Onigiri für später.
Ich kann die Kanji auf der Packung nicht lesen, darum ist es für mich immer wieder ein Glücksspiel welchen Geschmack sie haben.
Später stelle ich fest, dass eines scharfes Hähnchen ist und der andere saurer Fisch. Das Hähnchen ist gut, der Fisch nicht mein Fall aber essbar.

Am Bahnhof angekommen bin ich 5 Minuten zu früh. Ich warte und jemand spricht mich an. Einer der zwei Leute die ich heute Treffe. Er ist der Freund von einer Bekannten von mir. Sein Name hat nur zwei Buchstaben, ich habe ihn aber vergessen.
Shiori hat verschlafen und kommt 10 Minuten zu spät. Sie hat eine Anime Figur dabei die sie im Gamecenter gewonnen hat. Sie möchte sie mir geben. Ich erkläre, dass ich kein Platz in meinen Rucksack habe um so eine große Figur mit mir herum zu tragen und bot an, sie am ende meines Aufenthaltes in Japan zu nehmen.

Wir machen uns auf den Weg zur Game Show. Schon im Bahnhof ist eine Menge los.
Der Zug den wir nehmen ist recht voll. Es wollen allerdings nicht alle zur Game Show, der Zug fährt auch an Disneyland vorbei.
Die Fahrt dauert etwa 40 Minuten.
Als wir am Bahnhof ankommen und den Zug verlassen sehen wir eine Person die aus dem Zug zur Treppe sprintet. Da kann es jemand wohl kaum erwarten.

Auf der Show sind extrem viele Menschen, sogar für japanische Verhältnisse. Die Hallen sind auch nicht so groß, trotzdem habe ich das Gefühl, dass es zu voll ist.
Man kommt vorran. Ich habe Geschichten von der Gamescom gehört und hatte bedenken aber hier geht alles klar.
In Japan scheint man mehr Erfahrung damit zu haben große Menschen Massen zu organisieren und zu lenken.
z.B. passen Aufpasser darauf auf, dass niemand auf den Gehwegen zwischen den Ständen stehen bleibt um z.B. Fotos zu machen.

Über die Spiele die hier vorgestellt werden möchte ich nicht schreiben, da könnt ihr euch besser bei der Fachpresse informieren.

Eine zwei Sachen sind mir aber besonders in Erinnerung geblieben.
Sony stellt eine Virtual Reality Brille vor. Die Vorführung des Geräts macht Eindruck auf mich.
Eine Testperson sitzt in einem weißen Raum mit aufgesetzter Brille. Eine Mitarbeiterin erklärt ihm etwas was ich nicht verstehen kann.
Zum Beweis dass sie sich im Raum befindet gibt sie ihm die Hand. Die Testperson kann auch seine eigenen Hände in der Brille sehen. Anschließend verlässt die Dame den Raum und eine Frau im gelben Kleid betritt ihn und beginnt Geige zu spielen.
Der Hacken an der Sache ist: Außer der Testperson ist niemand mehr im Raum. Trotzdem wirkt die Geige spielende Person real. Nach dem Geigen Spiel bedankt sich die Testperson sogar bei der eingespielten Frau. Ich bin nicht sicher ob er verstanden hat, dass er alleine im Raum ist.
Eine zweite Sache die mir ins Auge fällt, ist etwas was als "Brainkiss" angeworben wurde. Das ist alles was ich lesen kann. Möchte mich nicht in die Schlange stellen, da ich sowieso nichts verstehen kann. Die Dame am Stand haben ein Gerät auf dem Kopf. Das erinnert mich an den Film "Demolition Man".
Zu diesem Zeitpunkt haben mich meine Begleiter bereits verlassen und ich bin alleine hier. Darum kann ich nicht fragen.

Ansonsten habe ich an einem Stand ein japanisches Pro Wrestling Match gesehen. Typische geschauspielert aber macht irgendwie trotzdem Laune.
Ein Hersteller für Spielekarten wirbt hier für ein neues Kartenspiel.
Ansonsten mache ich eine Menge Fotos.
z.B. von der Dekoration

oder von den Damen hier
Da ich von Fotos spreche. Natürlich waren auch Cosplayer auf der Veranstaltung. Es gibt eine extra Zone in der sich die Cosplayer für Fotos aufhalten.
Das läuft hier allerdings ein wenig anders als in Deutschland. Die Cosplayer stehen an einer fixen Position und Leute die Fotos machen wollen stehen Schlange bis sie an der Reihe sind.
Ich mache keine Fotos von Cosplayern da ich nicht Schlange stehen möchte. Stattdessen mache ich ein Foto davon wie Leute Schlange stehen.

Irgendwann wird die Veranstaltung beendet. Ich schätze es ist 5 Uhr, da die Sonne noch nicht untergegangen ist.

Auf dem Weg zum Bahnhof sehe ich ein Menschenstrom wie ich ihn bisher noch nicht erlebt habe.

Am Bahnhof haben sich ein paar Straßenkünstler positioniert. Ich habe in Japan schon viele davon gesehen, manche sind allerdings nicht wirklich gut.
Ich schaue einem dieser Leute zu und ich bin beeindruckt. Er führt Tricks vor die ich zum ersten mal sehe. Nach einer halben Stunde ist eine Show vorbei. Japaner sind etwas spendabler wenn es um Straßenkunst geht. Der Herr hat bei diesen Auftritt paar hundert Euro eingenommen. Aber er war auch wirklich klasse.

Da so viele Leute auf den Weg zum Bahnhof sind habe ich mit einem absolut vollen Zug gerechnet. Fehlanzeige. Auch wenn ich keinen Sitzplatz bekomme ist der Zug verhältnismäßig leer.


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Samstag, 22. September 2012

Ghibli Museum


20.09.2012

Heute besuche ich mit Saori das Ghibli Museum.

Wir wollen uns um 15:45 am Kichijoji Bahnhof treffen.
Ich gehe ich nach Ueno und nehme dort die JR-Yamanote Line bis nach Canda. Hier steige ich um in eine anderen Zug der mich zu meinen Zielbahnhof bringt.
Wie üblich bin ich mal wieder zu früh dran. Ich habe gedacht diesmal hätte ich die Zeit richtig eingeplant. Ich bin trotzdem 30 Minuten zu früh. Also heißt es erstmal warten.
Saori hat mir auf einen Plan vom Bahnhof den Treffpunkt eingezeichnet. Ich warte wo ich den Treffpunkt vermute. Das Problem ist, dass der gesamte Bahnhof umgebaut wird und er eigentlich nichts mit dem Plan zu tun hat den Saori mir geschickt hat.
Dann erhalte ich eine E-Mail auf mein Handy (in Japan schickt man üblicherweise E-Mails und keine SMS). Saori verspätet sich um 5 Minuten. Also noch etwas länger warten.
Mittlerweile ist es nach 15:50 und sie ist immer noch nicht da. Dann erreicht mich ein Anruf. Sie wartet irgendwo ganz anders. Sie gibt mir einen Hinweis durch und ich gehe diesem nach. Tatsächlich finde ich sie auch.

Wir gehen nun zum Museum.
Karten für das Museum kann man nicht direkt im Museum kaufen. Man erhält sie an einem Automat in den Lawson Filialen. Saori hat sie ein paar Tage zuvor für uns gekauft.


Als wir am Museum ankommen mache ich zunächst ein Bild von dem Schild an der Museum Pforte. Anschließend ein Bild eines großen Totoros der hinter einem Fenster steht.
Wir betreten das Museum und ich entdecke, dass die Fenster Muster aus Ghibli Filmen darstellen. Sehr schön anzusehen. Ich setze an um ein Foto zu machen als mich eine Mitarbeiterin des Museums darauf hinweist, dass im Museum keine Bilder gemacht werden dürfen.
Schade für euch.

Das Museum ist genauso Fantasievoll gestaltet wie die Ghibli Filme selber.
Es thematisiert hauptsächlich wie Zeichentrickfilme gemacht werden. Vor allem die Traditionelle Variante ohne Computer.
In einem Raum liegen Original Skript, Skizzen und Zeichnungen aus. Extrem beeindruckend. Es ist eine Sache die Bilder im Anime zu sehen aber eine ganz andere die Original Zeichnungen der bekannten Hintergründe zu sehen. Ich erkenne erst jetzt welche mühe es sein muss mit dieser liebe zum Detail zu Arbeiten.

Über das Museum selber möchte ich jetzt aber auch nicht mehr viele Worte verlieren. Es ist einfach ein Fest für die Augen.

Eine Freundin von mir aus Taiwan hat mich darum gebeten ihr eine Postkarte aus dem Museum zu schicken, da sie Postkarten sammelt. Ich habe zugesagt und wollte eine Karte mit einem Totoro Motiv besorgen.
Im Suveniershop des Museum gibt es eine solche Postkarte allerdings nicht. Zunächst überlege ich garkeine zu kaufen und verlasse den Laden. Dann packt mich aber mein schlechtes gewissen und ich schaue nochmal genauer hin.
Ich habe zwar keine Postkarte gefunden aber eine Grußkarte mit Totoro Motiv. Sie ist dem Fenstern die ich am Eingang gesehen habe nachempfunden. Das gute Stück kostet mich ein guten Bazen. Ich hoffe auf ein Abendessen in Taiwan zum ausgleich.

Anschließend gehe wir essen. Mittlerweile ist die Sonne schon wieder unter gegangen.
Ich habe den Namen des Gerichtes vergessen. Saori nennt es eine japanische Pizza.
Es handelt sich hierbei um Kohl, Ei, etwas Fleisch und vielleicht noch ein paar andere Dinge.
Das ganze wird an unserem Tisch auf einer heißen Platte in eine runde Form gebracht (ähnlich einer Pizza). Als es fertig ist kommt noch Majo und eine Sauce drüber die hier Sauce (oder so ähnlich) genannt wird.
Schmeckt ziemlich gut wie ich finde.

Beim Essen übergibt mir Saori Ihre Visitenkarte. Sie erklärt mir wie man in Japan eine Visitenkarte übergibt und wie man sie annimmt. Auf ihrer Karte steht das sie Grafik Designer ist. Sie Arbeitet gerade an einem Lehrbuch um Chinesen Japanisch beizubringen.

Nach dem Essen gehen wir in eine Bar. Hier unterhalten wir uns ein paar Stunden.
Danach geht es Nachhause.

Es ist etwa Mitternacht als ich in der Unterkunft ankomme.

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